Prävention am Georgius - Agricola - Gymnasium Chemnitz

"Stärkung der Lebenskompetenzen aller an Schule Beteiligten"

Themen:
    Drogen- und Suchtprävention
      Gesundheitsförderung
        Kommunikation statt Gewalt
          Rassismus und Ausgrenzung
Im Oktober 2004 fanden sich insgesamt 185 Schüler, Lehrer, Eltern, technische Kräfte des Gymnasiums und außerschulische Partner wie zum Beispiel Vertreter des Jugendamts, Gesundheitsamts, des Regionalschulamts und der Fachstelle für Drogen- und Suchtvorbeugung sowie der Polizei zu einem gemeinsamen Workshop in der Aula zusammen. In 8 Arbeitsgruppen wurde über die Verwirklichung der Grundgedanken des Präventionskonzepts beraten.
Dieses stützt sich auf vier Säulen:

Gegen "Gewalt", "Drogen und Sucht", "Rassismus und Ausgrenzung" und für "Gesundheit und Wohlergehen".

Die Inhalte wurden zur Eröffnung des Workshops in einem Rahmenprogramm durch Schüler der Arbeitsgemeinschaften Theater, Tanz und Chor kreativ dargestellt. 85 Schüler waren daran beteiligt.
An diesem Tag gründete sich auch die Arbeitsgruppe "Prävention" zur Koordinierung der Präventionsarbeit am Gymnasium. Nun finden alle Initiativen, Projekte und andere Vorhaben, die an der Schule bereits bestehen und noch hinzu kommen werden, den entsprechenden Rahmen. Alle können so ihren Beitrag zur "Schule zum Wohlfühlen" leisten. An der Umsetzung sind die "Betroffenen", nämlich die Schüler, aber auch Eltern, Lehrer und die Partner beteiligt.
Wir haben es geschafft, dass jeder der Präventionssäulen ein Lehrer zugeordnet ist. Nun haben die Schüler feste Ansprechpartner.

Mittlerweile arbeiten wir seit drei Jahren mit diesem Konzept und sind aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Das Konzept integriert sich in das Schulprogramm. Jährlich werden in der Schulkonferenz die Arbeitsschwerpunkte für die Präventionsarbeit gesetzt.

Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit der Polizei abgeschlossen, die die kontinuierliche Arbeit in den Klassen 7 zur "Polizeilichen Drogen- und Suchtprävention" regelt.

Die Schülermultiplikatoren Drogen / Sucht halten "Peer - To - Peer - Unterricht" an ihrer eigenen Schule oder auch an anderen. Die Themen reichen von "Wege zur Sucht", legale Drogen (z. B. Alkohol, Nikotin, Medikamente), illegale Drogen, bis hin zu nicht stoffgebundenen Süchten und Suchtentstehung. Auch Elternabende oder Lehrerfortbildungen stehen auf der Angebotsliste.

Die Gruppe der "Schülermediatoren" auf 18 angewachsen.
Schülerinnen der Klassen 9 moderierten erfolgreich Gesprächsrunden in einer Klasse 5. Gemeinsam mit Eltern, Fachlehrern und den Schülern haben sie an dem Ziel, ein besseres Miteinander in der Klasse zu erreichen, gearbeitet.

In diesem Schuljahr haben wir die Ausbildung zum Schülermediator (früher: Streitschlichter) verändert. Dieses neue Ausbildungsprogramm in vier Modulen stellten wir zur ersten "Chemnitzer Bildungsmesse" vor:
  • Coachen von Mitschülern
  • Moderation von Veranstaltungen
  • Mediation
  • Gesprächsführung in alltäglichen Situationen
Durch die drei Erweiterungen haben die Mediatoren jetzt vier Angebote für die Mitschüler und dadurch mehr Einsatzmöglichkeiten.
Die Idee für diese Art der Ausbildung stammt von Herrn Dr. Wildfeuer (Sächsische Bildungsagentur).
(Lit.: Dr. W. Wildfeuer: "Moderation, Kommunikation und Mediation", Juventusverlag, 1. Auflage, 2006)

In den Jahrgangsstufen 8 bis 11 wurden durch unsere Gesundheits-Multiplikatoren Unterrichtsstunden zur AIDS- Aufklärung durchgeführt. Neu im Programm sind Stunden zu Verhütungsmitteln. Die Schüler-Multiplikatoren besuchen die Fachzirkel der entsprechenden Fächer. Dort erhalten sie die Aufträge.
Das alles tun die Schüler in Eigenverantwortung.

Wir waren 2005 Kooperationspartner der Ausstellung "Sehnsucht" , die von der BZGA initiiert wurde. Auf dem zentralen Marktplatz unserer Stadt war in einem riesigen Zelt alles über Sucht und was damit zusammenhängt zu sehen. Die Mitglieder der AG "Prävention" haben unseren Aufsteller, in dem wir unsere Konzeption darstellten, während der Ausstellungsdauer betreut. Für unsere Initiativen konnten wir Spendengelder in der Höhe von 124 € entgegen nehmen.

Im März des vergangenen Jahres haben wir die Wanderausstellung des Gesundheitsamtes "Von Sinnen" an die Schule geholt. Dieser "Mitmach- Parcourse" wurde von 17 Schülern aufgebaut und betreut, das heißt, dass diese an den verschiedenen interaktiven Stationen als sogenannte Teamer fungierten. Die Ausstellung besuchten knapp dreihundert Schüler unseres Gymnasiums sowie eine Gruppe von der JVA Chemnitz.

Die Arbeitsgruppe "Gegen Rassismus und Ausgrenzung" hat die Bedingungen geschaffen, sich dem Wettbewerb "Schule mit Courage - Schule gegen Rassismus" anzuschließen und dieses Ziel 2007 zu erreichen. Die Auszeichnung wird am 21.06.2007 erfolgen.

Ein neu geschaffener Seminar-, Gesprächs- und Beratungsraum (K03) steht den Arbeitsgruppen für ihre Vorhaben zur Verfügung und wird regelmäßig genutzt. Dieses Zimmer ist ganz in der Nähe des Schultreffs. So sehen und sprechen sich viele Schüler miteinander in einem überschaubaren und begrenzten Raum.

Natürlich wären all diese Aktivitäten nicht denk- und durchführbar ohne die intensive Unterstützung durch Lehrer, Schüler und Eltern.
Wir haben 2005 eine Kooperationsvereinbarung mit der Polizei abgeschlossen. Diese regelt die "Polizeiliche Drogen- und Suchtprävention" in den Klassen 7. Alle Schüler, Lehrer, Eltern des Gymnasiums haben damit einen gleichen Informations- und Aufklärungssstand.

Mit der Therapieeinrichtung für Suchtkranke "Alte Flugschule" in Großrückerswalde arbeiten wir partnerschaftlich. Die AG "Prävention" besuchte die Klinik im Juni 2005. Im vergangenen Oktober waren wir bei der Einweihung des dort neu entstanden "Präventionszentrums" dabei. Für die Zukunft ist eine Zusammenarbeit in der Ausbildung von Schülermultiplikatoren angedacht.

Gemeinsam mit dem "Weißen Ring" und dem "Wildwasser" e.V. bereiteten wir für die Ausstellung "OPFER" elf Ausstellungsbegleiterinnen vor, die im Ausstellungszeitraum 24 Schulklassen betreuten. Eine sehr ansprechende Aufgabe. Die Ausstellung des "Weißen Rings" hatte sexuellen Missbrauch und Misshandlungen von Mädchen und Frauen zum Inhalt und fand im März im Regierungspräsidium Chemnitz statt.

Schülerinnen der Schülermitverantwortung ,Jahrgangsstufe 11, betreuen gemeinsam mit den Klassensprechern das Schülerprojekt -Schulhofgestaltung-

"Vom Park- und Sportplatz hin zum Pausen- und Bewegungshof".


Im Moment arbeiten wir an einem Projekt, welches im zweiten Halbjahr des nächsten Schuljahres greifen soll. Es geht dabei um die Sensibilisierung von Jugendlichen zur Prävention von Straftaten. Hier werden Polizei, Jugendgericht, Justizvollzug und Opferhilfe gemeinsam mit der Schule ein Modellprojekt starten. Die Lehrer der Fächer Ethik und Gemeinschaftskunde der Klassen 9 sind dort integriert.

Im vergangenen Schuljahr hatten wir uns bei dem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb "Demokratisch Handeln" mit allen Bereichen unseres Präventionsprojekts beworben, also der AG "Prävention" mit dem Inhalt der Schule zum Wohlfühlen, "Schüler gegen Gewalt", "Schülermultiplikatoren gegen Drogen und Sucht", "Schüler für Gesundheit", "Schüler gegen Rassismus und Ausgrenzung" beworben. Es gab über dreihundert Bewerber. Zwei unserer Projekte (Gesamtprojekt "AG Prävention" und die "Schülermultiplikatoren gegen Drogen und Sucht") bekamen die Auszeichnung und wir durften zur "Lernstatt- Demokratisch Handeln" nach Hamburg fahren und die anderen "Gewinner" treffen. Ein lehrreiches Erlebnis.

Am 21.06.2007 erhalten wir als Schule den Titel "Schule mit Courage- Schule ohne Rassismus". Der Bürgermeister Berthold Brehm wird die Auszeichnung vornehmen. Dies wird ein würdiger Abschluss der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum unserer Bildungseinrichtung.

Bilanz:

Alle an den einzelnen Projekten beteiligten Schüler konnten durch ihr Handeln und das demokratisch orientierte und selbständige Lösen von Aufgaben viele ihrer Lebenskompetenzen erhöhen.

Rolf Bauer, 2007

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