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Schüler- Mediatoren im Dienst
Es begann mit der Bildungsmesse am 3. März 2007 im Kraftwerk Chemnitz. Die Ausbilder und die Schlichter vom „Agricola“ stellten das Vier- Modul- Programm der Schülermedia-toren nach W. Wildfeuer vor. In den Winterferien hatten die Mediatoren fleißig an den Inhalten gearbeitet und ausstellungsreif vorbereitet.
Mit Magneten wurden die A1- Schautafeln auf unsere mitgebrachten Flipcharts geheftet. Endlich ist auch ein Platz gefunden, wo wir uns so richtig ausbreiten. Jetzt konnten wir den Besuchern dieses Modell vorstellen.
Auch die Leiterin einer Kindertagesstätte auf der Nevoigtstraße in Chemnitz, Frau von Lienen, interessierte sich für das Thema Streitschlichtung und es wurde eine telefonische Kontaktaufnahme verabredetet. Zum simplen Zweck festzustellen, ob Schlichtungen auch mit den Kleinen durchgeführt werden können und ob diese eventuell auch speziell ausgebildet werden könnten, um ... .
Gesagt, getan.
Telefonate folgten. Verschiedene Umstände brachten die Schlichter des Agricola- Gymnasiums und die Erzieherinnen der KITA erst am 12. Dezember 2007 zusammen.
Unter der Leitung von Frau Erler fanden sich vier Schlichter zusammen und übten ein Rollenspiel zum Ablauf einer Schlichtung ein.
Daraufhin besuchten sie die KITA und hatten nun auch das Interesse der Erzieherinnen geweckt.
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Wir wurden sehr angenehm aufgenommen. Unsere durchaus jungen Gymnasium wurden als Fachfrauen anerkannt und aufgenommen und mit viel Lob bedacht.
Jetzt war der Zug im Rollen...
5. März 2008
Rollenspiel vor den Kindern und Erzieherinnen. Hochspannung. Knisternde Ruhe.
Mit einem, aus dem Leben der Kinder in der KITA ausgesuchten Beispiel wurde eine Schlichtung durchgeführt:

Bsp1 - ein Mädchen aus der Gruppe wird "gemobbt"
4 Mädchen sitzen beim Essen immer am gleichen Tisch zusammen
beim Tisch decken erhalten 3 davon immer gleiches Geschirr - das 4. Mädchen erhält Geschirr in anderer Farbe, "weniger gutes" Geschirrverbogenes Besteck
betroffenes Mädchen protestiert
Situation eskaliert




Die Schlichter bei ihrer vorbildlichen Arbeit.
Die Erzieherinnen brachten sich in die Vorbereitungen mit ein. Sie bereiteten sie ihre Kinder auf den Besuch vor. Eine Erzieherin hatte vier Regeln aus dem Schlichtungsregelwerk zeichnerisch dargestellt und die Kinder erkannten auch diese als alltägliche Umgangsregeln wieder.

Regeln fördern den wertschätzenden Umgang miteinander
Die Vorbereitungen der Erzieherinnen in der Kindertagesstätte machten unsere Arbeit angenehm und leichter. Örtlich zeitlich getrennt voneinander durchgeführte Vorbereitungen und ein wertschätzendes Hand- In- Hand dabei. Eine tolle Erfahrung.

Aus einem Stück
Geschickt wurden die Kleinen von den Schlichtern in das Lösungsbrainstorming einbezogen.
Die Kinder waren sehr aktiv und haben erstaunlich reife, sehr intelligente und gerechte Lösungsvorschläge eingebracht.

Man konnte einfach nicht glauben, dass aus den kleinen Kindermündern solche vernünftigen, aus Denkprozessen entstandenen, Lösungsvorschläge kamen. Das hat alle begeistert.
Eine kurze Gesprächsrunderunde beendete den Vormittag der Schlichter und Frau Erler im sehr gastlichen Haus. Eine erfrischend prickelnde und konstruktive Atmosphäre umgab uns.
Hohe Erwartungen auf allen Seiten. Aus dem rollenden Zug ist ein Express geworden.

Die Schlichter vom Agricola wollen ein Ausbildungsprogramm speziell für diese Altersklasse entwickeln, dies mit den Kindern ausprobieren und das Programm mit den kleinen Akteuren zur Selbständigkeit führen. So kann später mit Hilfe der Erzieherinnen und auch mit Unter-stützung der Eltern der Kinder Mediation einen festen Platz im Spektrum des ökologischen Profils der KITA Nevoigtstraße finden.
Die ausgebildeten Kinder- Schlichter erhalten ein Zertifikat auf dem in verständlicher Form alle notwendigen Informationen vermerkt sind. Dieses Zertifikat soll im Stadtteilrat würdig an sie überreicht werden.
Weiter soll ein Netzwerk aufgebaut werden, damit die Kinder- Schlichter an den Grundschulen
im Stadtteil mit ihren Kenntnissen über einen gewaltfreien Umgang miteinander Anschluss finden. Sollten die Grundschulen in dieser Region über keine Schlichter verfügen, bieten wir Hilfe an. Unsere ausgebildeten Schüler werden auch hier das Programm modifizieren und die Ausbildung übernehmen. Dann ist es für die Schüler auch etwas leichter, eine weiterführende Schule (Mittelschule oder Gymnasium) mit Streitschlichterprogramm zu finden... .
Kurz vor dem Verlassen des Hauses kamen wir noch in den Genuss eines interessanten Vortrags.
Eine helle, klare Kinderstimme berichtete vom Besuch des Naturkundemuseums.
Versprochen. Wir kommen wieder. Auf gute Zusammenarbeit.
Ein großes Dankeschön an die Leiterin der KITA, Frau von Lienen und ihren Mitarbeiterinnen.
Wir erlebten dort ein sehr innovatives, agiles und aktuelles Team.
In Kürze werden wir dieses interessante Haus etwas näher vorstellen, denn es ist einen Besuch wert. Besonders werden sich darauf unsere Biologielehrer freuen.... .
Am 01. April sind wir zur Dienstberatung aller Mitarbeiter eingeladen. Dort stellen wir, Frau Erler, Lydia, Svenja und Herr Bauer, unsere Ideen für das Projekt vor und geben Hintergrundinformationen.
Der Besuch war für uns alle wie ein „Jungbrunnen“. Letztendlich kamen neben Ideen für unsere spezielle Arbeit auch welche für unser Haus.
Wenn wir in die „fortgeführte Sanierung“ gehen, sollten wir diese auch mit Leben erfüllen, das heißt mit den Ideen der Lehrer, Schüler, Eltern und technischen Kräfte, also aller an Schule Beteiligten.
Zum Beispiel:
„Neuer Schulhof, neue Ideen.“
Wenn wir jetzt nicht beginnen, ist es wieder einmal zu spät.
Lydia Endig, Andrea Erler, Rolf Bauer
Chemnitz, am 5. März
© Rolf Bauer, bauer@agricola-gymnasium.de




