Das älteste Chemnitzer Gymnasium ist, sieht man von der 1835 aufgegebenen Lateinschule ab, das heutige Georgius-Agricola-Gymnasium und nicht, wie man weit hin immer vermutet, auf dem Kaßberg das ehemalige Königliche Gymnasium an der Hohen Straße 25. Nach der bürgerlichen Revolution 1848/49 wurden in der Stadt die Forderungen nach einem Gymnasium immer nachdrücklicher.
So entstand die erste gymnasiale Bildungseinrichtung 1857 in der Innenstadt als Höhere Bürgerschule an der Poststraße neben dem Beckerplatz (heutiger Posthof / Johannisplatz). Doch schon kurz nach der Gründung erwies sich das Gebäude zu klein und an der Reitbahnstraße konnte im Oktober 1869 ein neues Schulgebäude mit 414 Schülern bezogen werden.
In den Bezeichnungen der Schulen kamen die Entwicklungs- und Qualitätsstufen zum Ausdruck. Das Städtische Realgymnasium hieß von 1857 bis 1870 Realschule, von 1871 bis 1884 Realschule I. Ordnung und ab 1884 Realgymnasium.
Als das Bauwerk an der Reitbahnstraße nach über 50 Jahren nicht mehr auf dem höchsten Stand war, entschloss sich in den 1920er Jahren die Kommune nicht weit vom ehemaligen Standort, einen Neubau zu errichten. Das war das 1929 eingeweihte neue Realgymnasium am ehemaligen Johannisfriedhof. Während dessen beiden Vorgängerbauwerke 1945 dem Bombenkrieg zum Opfer fielen, überstand das Haus des heutigen Georgius-Agricola-Gymnasium jenes Inferno.
Aus Anlass des 150. Jahrestages der Gründung des ersten Chemnitzer Gymnasiums erschien 2007 eine Festschrift und Schulchronik, welche die Entwicklung der Schule nachzeichnet. Bei der Erstellung des Buches wurden sowohl Schüler, Lehrer und ehemalige Schüler als auch profunde Kenner der Stadtgeschichte hinzugezogen. Dabei konnte sich bei den Nachforschungen neben den Quellen im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek auch auf die wundersam bis heute in großen Teilen überlieferte historische Lehrerbibliothek gestützt werden, welche u. a. noch über umfangreiche Bände aus dem 19. Jahrhundert und früher verfügt. Aber auch die Zeitschrift "Roten Mützen", welche ehemalige Abiturienten seit den 1950er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre in loser Folge in Westdeutschland herausgaben, ist eine unersetzliche Quelle der Schulgeschichte.
Bereits 2006 begannen für die Erarbeitung dieser Chronik die Recherchen. So stellten Schüler des Gymnasiums eine Schulchronik zusammen, erarbeiteten eine Bibliographie und sammelten historische Abbildungen und Fotos in einer Datenbank. Weiterhin wurde sich in Detailuntersuchungen mit der Geschichte und Entwicklung des Gymnasiums auseinandergesetzt. So wurden Querthemen wie die Kunstwerke in und an der Schule, bedeutende Schüler, die gymnasialen Bauwerke oder die Aufarbeitung des legendären Schullagers in Baabe/Rügen bearbeitet.

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